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Mediziner mit einem Faible für Dampfmaschinen: Dr. Jens Tönißen
184 Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung von Dr. Jens Tönißen (rechts)
Rafael Jung, Leiter der Musikschule des Landkreises Oldenburg, übernahm bei der Eröffnung den musikalischen Part
Wildeshausen -
Bei einem Weihnachtsfest Mitte der 1980er Jahre fing alles an. Eine Dampfmaschine lag für Dr. Jens Tönißen unterm Tannenbaum, ein Geschenk seiner Frau Regine. "Die ganze Familie hat damals auf dem Bauch gelegen und damit gespielt", erinnert sich der Urologe. Dieses "Spielen" wurde zu mehr: Tönißen fing an, selbst Dampfmaschinen und später auch Motoren zu bauen. Was entstand, das zeigt er jetzt im Wildeshauser Brennereimuseum: Seit Sonntag, 3. Mai, läuft dort die Ausstellung "Voll-Dampf" Der Wildeshauser Künstler Hartmut R. Berlinicke steuerte passende Drucke bei, Musikschul-Leiter Raphael Jung hatte sich für seinen musikalischen Part bei der Eröffnung eine Überraschung ausgedacht.
Tönißens Faible für alte Technik kommt nicht von ungefähr. Sein Vater war Kapitän, schon in jungen Jahren staunte er über die Dampftechnik an Bord. Da lag es nahe, dass er - zum Beispiel - eine komplette Schiffsdampfmaschinenanlage baute. Weil es die Bauteile natürlich in keinem Geschäft zu kaufen gibt, ging Tönißen auf die Suche: Da wurde die frühere Lkw-Bordwand zum Kachelboden, da fand er Zahnräder auf dem Oldtimermarkt in Bockhorn, Räder beim Schrotthändler ("die Schrotthändler kenne ich alle ganz gut").
Der Wildeshauser baute und baute. "35 bis 40" Anlagen seien mittlerweile entstanden - allesamt funktionsfähig, versteht sich. Da ist zum Beispiel die "Beam Engine", eine Balkendampfmaschine, "um 1850, 60" zunächst in England, dann auch in Deutschland hergestellt. Das schwere Stück, dessen Schwungrad bis zu vier Meter hoch war, wurde vor allem in Spinnereien eingesetzt und trug ein Stück weit zur industriellen Revolution bei. Gleich daneben: eine Lokomobile, um 1900 weit verbreitet, "die wurde in der Landwirtschaft eingesetzt und von Hof zu Hof gezogen". Später baute Tönißen auch Stirling-Motoren.
Einige der Maschinen hat der Urologe mit seinen Söhnen entwickelt. Die sind leicht am Typenschild zu erkennen: "Tönißen & Sons". Fürs Bauen hat der Mediziner sein eigenes Rezept: "Eigentlich mache ich jeden Tag eine Kleinigkeit." Das Hobby bringe ihn auf andere Gedanken, durch die Konzentration "vergisst man den Alltag".
Einzelne Maschinen können bei der Ausstellung von Hand bewegt werden. Andere bewegen sich von selbst: Zum Beispiel das von einem Stirling-Motor angetriebene kleine Riesenrad, das beim Laufen "La Paloma" spielt - oder der Ventilator, der nach einem Vorbild aus den Tropen entstand.
Mit der Ausstellung eröffnet der Brennereiverein seine Saison 2009. Die alte Destille an der Wittekindstr. 2 kann bis einschließlich September jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden. Weitere Termine können unter Telefon 04222/6517 vereinbart werden. Die Ausstellung "Voll-Dampf" läuft bis Ende August.
Tönißens Faible für alte Technik kommt nicht von ungefähr. Sein Vater war Kapitän, schon in jungen Jahren staunte er über die Dampftechnik an Bord. Da lag es nahe, dass er - zum Beispiel - eine komplette Schiffsdampfmaschinenanlage baute. Weil es die Bauteile natürlich in keinem Geschäft zu kaufen gibt, ging Tönißen auf die Suche: Da wurde die frühere Lkw-Bordwand zum Kachelboden, da fand er Zahnräder auf dem Oldtimermarkt in Bockhorn, Räder beim Schrotthändler ("die Schrotthändler kenne ich alle ganz gut").
Der Wildeshauser baute und baute. "35 bis 40" Anlagen seien mittlerweile entstanden - allesamt funktionsfähig, versteht sich. Da ist zum Beispiel die "Beam Engine", eine Balkendampfmaschine, "um 1850, 60" zunächst in England, dann auch in Deutschland hergestellt. Das schwere Stück, dessen Schwungrad bis zu vier Meter hoch war, wurde vor allem in Spinnereien eingesetzt und trug ein Stück weit zur industriellen Revolution bei. Gleich daneben: eine Lokomobile, um 1900 weit verbreitet, "die wurde in der Landwirtschaft eingesetzt und von Hof zu Hof gezogen". Später baute Tönißen auch Stirling-Motoren.
Einige der Maschinen hat der Urologe mit seinen Söhnen entwickelt. Die sind leicht am Typenschild zu erkennen: "Tönißen & Sons". Fürs Bauen hat der Mediziner sein eigenes Rezept: "Eigentlich mache ich jeden Tag eine Kleinigkeit." Das Hobby bringe ihn auf andere Gedanken, durch die Konzentration "vergisst man den Alltag".
Einzelne Maschinen können bei der Ausstellung von Hand bewegt werden. Andere bewegen sich von selbst: Zum Beispiel das von einem Stirling-Motor angetriebene kleine Riesenrad, das beim Laufen "La Paloma" spielt - oder der Ventilator, der nach einem Vorbild aus den Tropen entstand.
Mit der Ausstellung eröffnet der Brennereiverein seine Saison 2009. Die alte Destille an der Wittekindstr. 2 kann bis einschließlich September jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden. Weitere Termine können unter Telefon 04222/6517 vereinbart werden. Die Ausstellung "Voll-Dampf" läuft bis Ende August.
Schlagworte: Dr. Jens Tönißen, Brennerei, Kornbrennerei, Ausstellung, Dampfkornbranntweinbrennereimuseum, Dampfmaschine
Geschrieben auf: mein-wildeshausen.de
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